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Wieder modern: Antisemitismus in der Kirche

Samstag, April 23rd, 2011

Haben die Verantwortlichen in meiner Kirche eigentlich nichts aus der Vergangenheit gelernt?

Gestern war es das Weltjudentum, der Finanzjude, vorgestern die Christusmörder und was ist es heute? Hinter modernen Formulierungen kaschiert sich der gleiche Geist des Antisemitismus wie schon immer. Und leider auch wieder aus leitenden Kreisen der Kirche, genauer gesagt, der evangelischen Kirche von Westfalen. Und wer sich die ganzen Erklärungen sparen will, kann auch gleich unten die Fragen an die Landessynodalen lesen.
Natürlich streiten die modernen Antisemiten es ab, antisemitisch zu sein, aber “man wird ja noch mal was sagen dürfen. Man wird doch noch mal Kritik üben dürfen…”

Darf man auch. Man darf auch Kritik an Israel üben. Es darf nur nicht als Alibi für einen modernen Antisemitismus herhalten! Aber es ist bequem Israel zu kritisieren, statt die Palästinenser. Israel bedroht keine Menschen für ihre Kritik. Kritische Opposition und harte Diskussionen gibt es in Israel selbst zu Hauf und an einigen Punkte lebt man dort eben im Dissens. Selbst das Herunterreißen von israelischen Fahnen oder deren Verbrennung wird sicher nicht gern gesehen, aber ertragen, sogar wenn das deutsche Polizisten machen. Versuchen Sie das mal in ähnlicher Form mit den Palästinensern.

Daher ist die neue Form des Antisemitismus bequem: Man kritisiert einfach Israel. Und da Antisemiten ihre Kritik auch meist nicht begründen wollen oder können, kritisiert man sie einfach ohne Begründung oder Beweise. Die wird auf Nachfrage auch nicht nachgeliefert.

So etwas wird auch üble Nachrede oder Verleumdung genannt.

Im Juni letzen Jahres, direkt nach der Enterung der Gaza-Flottille, eröffentlichte der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen eine Stellungnahme. http://www.evangelisch-in-westfalen.de/ansicht/artikel/auf-rache-verzichten/ So kurz danach, dass eigentlich eine Beurteilung der Fakten überhaupt noch nicht möglich war, geschweige denn das Einholen einer unabhängigen Beurteilung. So kurz danach, dass man annehmen muss, sie war eigentlich schon vorher fertig gewesen.Natürlich verurteilte die Erklärung die Enterung. “… Israel hat internationales Recht gebrochen…” Nun, fies wie ich bin habe ich einfach mal nachgefragt, ob der Präses mir da genauer sagen kann, was er meinte. Doch die Antwort von Kirchenrat Duncker war unbefriedigend, abwimmelnd. duncker-2010-06.pdf
Nun beschäftigte ich mich selbst mit dem Fall. Was gab es denn für den Fall für internationale Gesetze? Ich fand heraus: Keine! Das Kriegsrecht der Genfer Konvention deckte diesen Fall nicht ab, aber internationale Juristen haben im San Remo Manual im Sinne der Genfer Konvention dies weiterentwickelt. Des Manual ist von den meisten Staaten nicht ratifiziert worden, auch nicht von Israel, was aber nichts daran ändert, dass diese Handreichung i.a. beachtet wird. Also las ich das San Remo Manual – nicht alles, sondern die relevanten Stellen. Heraus kam eine etwas größere Stellunnahme seerecht.pdf die ich an den juristischen Kirchenpräsidenten Herrn Winterhoff schickte und eine kleinere Zusammenfassung für einen Freund gaza-2.pdf . Kurz zusammengefasst:

  1. Die Handelsschiffahrt darf nicht angegriffen werden.
  2. Eine Blockade muss ordentlich verhängt werden und international angekündigt, bzw. bekannt sein
  3. Die Bevölkerung darf nicht ausgehungert werden oder in ähnlicher Weise benachteiligt werden.
  4. Ein Schiff, dass die Blockade durchbricht oder deutlich zu erkennen gibt, dass es das will, ist quasi ein feindlches Schiff, ein Kriegsteilnehmer. Es kann gestoppt und aufgebracht werden.
  5. Man geht bei zivilen Blockadebrechern nicht von gewaltsamer Gegenwehr aus. Ist das der Fall, darf das Schiff angegriffen und notfalls auch versenkt werden.

Soweit eine wirklich kurze Zusammenfassung, die natürlich nicht alle Detail weitergibt. Die erste Kritik bezieht sich darauf, ob so eine Blockade überhaupt rechtmäßig ist. Diese Frage ist nicht beantwortbar. In wie weit ist Krieg rechtmäßig? Man kann nur fragen, ob die Blockade den internationalen Gepflogenheiten und Abkommen entspricht. Also:

  1. Handelt es sich um ein Handelsschiff oder Passagierschiff? Teilweise schon. Handelsgüter waren an Bord und auch Passagiere. Doch waren sie für einen gesperrten Hafen bestimmt und die Passagiere, so stellte sich nachher heraus, sollten wohl als menschliche Schutzschilde herhalten. Oder noch schlimmer, ihr Tod oder Verletzung wurde bewusst in Kauf genommen um damit den Angreifer zu diskreditieren.
    Ein Handelsschiff darf keinen gesperrten Hafen anlaufen, sonst ist es kein Handelsschiff mehr.
  2. Denn, die Blockade war allgemein bekannt und die Flottille war explizit aufgebrochen um diese Blockade zu brechen.
  3. DieBevölkerung in Gaza leidet. Das ist schon richtig. Aber das ist auch eine Folge des Krieges und nur teilweise der Blockade. Anscheinend ist es ja möglich Waffen hereinzuschmuggeln, man könnte ja auch zivile Waren schmuggeln. Israel hat angeboten, die Waren über Aschdod nach Gazu zu schicken. Das wurde abgelehnt und später wurde der Import verweigert, was zeigte, dass sie nicht wirklich nötig gewesen sein konnten. Israel änderte auch die Transferbestimmungen für Gaza, so dass mehr Import von Gütern möglich wäre.
    Die ganze Argumentation der sog. Unrechtmäßigkeit von Israels Aktionen bezog sich ja auf diese Tatsache, dass der Bevölkerung notwendige Sachen vorenthalten würden. Das stimmt aber so offensichtlich nicht. Sie müssen nur akzeptieren, dass die Waren über Aschdod angeliefert werden.
  4. Es ist wohl unbestritten, dass die Schiffe die Blockade brechen wollten. Also konnten sie auch gestoppt werden und das auch schon auf hoher See.
  5. Und wie deutlich zu sehen war, hatten die Schiffe sich auch nicht aufbringen lassen, sondern heftige Gegenwehr geleistet. Der Fehler Israels war, dass sie wohl damit nicht gerechnet hatten.

So, und jetzt warte ich noch immer auf eine Begründung der Aussage des Präses. Sie sollte nach dem Urteil der Untersuchungskommission kommen. Die lag im Januar vor. Nun bekam ich auf Nachfrage einen Brief, dass die Sache an die Experten weitergegeben wurde. Da ruht sie nun und wartet, dass Gras über die Sache wächst.

Ich habe mich als Schüler immer gefragt, wieso die Menschen und speziell die Kirche zu Beginn des dritten Reiches nicht deutlicher Stellung bezogen haben, nicht eindeutiger sich für die Juden ausgesprochen haben. Inzwischen verstehe ich es. Mich erschreckt dieser Antisemitismus in moderner Form. Behauptungen in den  Raum stellen, gesetzwidriges Verhalten vorwerfen und einfach Juden verleumden, ohne das in irgendeiner Weise begründen zu können, geschweige denn beweisen zu können – das ist Antisemitismus pur. Und das in meiner Kirche an oberster Stelle.

Auf Rache verzichten! Diese Forderung eines deutschen Bischofs muss bitter für Israelis sein, die sich unmittelbar in einem Überlebenskampf befinden. Vor allem, wo Israel das bereits mehrfach gezeigt hat. Es hat auf Rache gegenüber Deutschland verzichtet, mit Kriegsgegnern Ägypten und Jordanien Friedensabkommen geschlossen, hat ohne Gegenleistung Siedlungen geräumt, vor allem im Gaza-Streifen und bietet immer wieder Friedensgespräche an. Aber Antisemiten finden dann etwas anderes zu kritisieren und meine Kirche an oberster Stelle auch.

Versuchen Sie es. Präses Buss sagte: “…rechtfertigt dies keinen offenen Bruch des internationalen Rechts.” Fragen Sie nach bei Präses Buss oder einem anderen Mitglied der Führung der Landeskirche, welches internationale Gesetz da gemeint ist. Es wird keine Antwort kommen. Er wird auch Ihnen nicht antworten, so wie er mir nicht geantwortet hat.

http://www.evangelisch-in-westfalen.de/wir-ueber-uns/landeskirche/praeses.html

Was wird demnächst passieren?

Es wird wohl bereits eine neue Gaza-Flotte ausgerüstet, die sicher wieder mit vielen zivilen Schutzschilden ausgestattet werden wird. Außerdem sind bereits zwei iranische Schiffe ins Mittelmeer gefahren. Nach dem Erfolg im letzten Jahr wird man es also wiederholen, diesmal mit Begleitung von Kriegsschiffen.

Israel wird reagieren müssen. Es wird zu Kampfhandlungen kommen, die Schiffe werden nicht von selbst stoppen und möglicherweise versenkt. Dann werden unsere Antisemiten wieder schreien und Israel verurteilen: Unangemessen, Bruch des Internationalen Rechts, zivile Opfer hätten vermieden werden müssen usw.

Niemand von ihnen wird den Iran oder die palästinensischen Drahtzieher dieser Aktionen verurteilen. Das wäre ja dann tatsächlich Bruch eines uralten Gewohnheitsrechtes der Antisemiten: Juden sind immer schuld. Juden darf man verurteilen, selbst wenn man die Anschuldigungen nicht  belegen kann.
Doch Schuld würden auch die tragen, die sich in die Kriegspropaganda einbinden lassen und egal was passiert, Israel die Schuld daran geben. – Auch unsere Kirche.

Liebe Mitglieder der Landessynode der evangelischen Kirche von Westfalen, billigen Sie diesen Kurs des Präses Buss und seines Beraters Kirchenrat Duncker? Wie wichtig ist es Ihnen, sich nicht nur in Worten als antisemitisch zu bezeichnen, sondern auch in Taten dies zu belegen? Ist ein Präses, der Juden ohne Begründung verurteilt, als Kirchenleiter unserer Kirche tragbar?

Oder muss Gott unsere Kirche noch mehr zurückstutzen, noch mehr segnen mit weniger Kirchensteuern?

Kein Platz für Kinder

Mittwoch, April 13th, 2011

Hört sich gut an, nur fünf Kinder pro Tagesmutter, aber tatsächlich steckt da mehr hinter.

Die rot-grüne Landesregierung will die Regelung ändern, wie viele Kinder Tagesmütter betreuen können. Wie bisher soll die Gruppengröße bei 5 Kindern liegen. Bisher konnten aber Tagesmütter drei weitere Kinder, quasi im Schichtbetrieb, betreuen, wenn z.B. drei nur Vormittags da waren, konnten nachmittags drei andere kommen.

Das soll nun unterbunden werden, weil man die frühkindliche Bildung verbessern will. So die Begründung.

Doch wer darüber nachdenkt wird sich wundern. Wieso soll die Bildung schlechter sein, wenn doch die Gruppengröße nur bei 5 Kindern liegen wird. Und wenn die drei Kinder dann in einen Kindergarten mit 25 Kindern in einer Gruppe sind wird das dann besser? Gut, dann sind normalerweise mehrere Kräfte anwesend, aber tatsächlich ist oftmals nur eine real verfügbar, weil die anderen anders beschäftigt sind. (Sich intensiv um ein anderes Kind kümmern müssen z.B. Das ist wahrscheinlicher, je mehr Kinder in der Gruppe sind.)

Ich denke aber, es geht hier nicht um die Bildung, sondern um das Durchsetzen einer staatlichen Kontrolle der Bildung. Man will eben keine Tagesmütter mehr. So macht man nach und nach den Beruf zunehmend unattraktiv. So bekommen Tagesmütter pro Kind 3 Euro netto die Stunde und man muss anmerken, dass die Kinder wohl meist nicht 8 Stunden bei der Tagesmutter sind. Maximal käme sie auf einen Stundenlohn von 15 Euro. Mit drei zusätzlichen Kindern würde sich der maximale Satz nicht ändern, nur die Zeitdauer, in der sie einen höheren Satz bekäme. In der Zeit, wo sie nur ein Kind betreut, liegt sie bei 3 Euro!

Trotzdem ist das ein Beruf, den sich anscheinend viele Frauen vorstellen und den sie auch gerne machen. Ich bin jetzt mal ganz böse: Das dürfen sie aber nicht, sondern sie sollen vielmehr Manager in Großunternehmen werden. Auch wenn sie dazu meist keine Lust haben.

Es passt zu einer Ideologisierung, wie wir sie jetzt betrachen können. Nicht das soll gemacht werden, was die Menschen wollen, was für eine nachhaltige Gesellschaf sinnvoll wäre, sondern das, was von der ideologischen Ausrichtung her richtig zu sein hat.

Nun ja, es werden sich auch weiterhin Frauen finden, die das gerne machen, die das kleine Einkommen in Kauf nehmen und es wird auch weiterhin Aktivistinnen geben, die die Gehalts unterschiede anprangern werden.

Keine Gefahr mehr durch Radioaktivität im Essen

Freitag, April 1st, 2011

Wir sollten uns bei der EU-Kommission bedanken, denn sie hat jetzt einen Weg gefunden, die Gefahr durch radioaktiv verseuchtes Essen zu beseitigen.

So bestand die Gefahr, dass Nahrungsmittel aus Japan, die Grenzwerte, besonders für Cäsium, überschreiten könnten. Das bedeutet, dass die Gefahr für die Gesundheit ansteigt.

Das wird nicht mehr der Fall sein. Die Grenzwerte für  Cäsium werden nicht mehr so einfach überschritten. Die EU-Kommission hat sie angehoben.

Wir können also beruhigt essen….

RWE klagt um Kernkraftwerke

Donnerstag, März 31st, 2011

Es ist zwar irgendwie verständlich, dass RWE wegen des Atommoratoriums klagt, aber das könnte auch ziemlich nach hinten losgehen.

Wie groß ist das Unbehagen in der Bevölkerung über die Atomkraft? Werden genügend Leute bereit sein, aus Protest den Anbieter zu wechseln? Dann könnte diese Entscheidung für RWE zu einem Debakel werden.

Fukushima brütet!

Mittwoch, März 30th, 2011

Und der Reaktor in Fukushima läuft weiter und produziert weiter Hitze und gefährliche Teilchen. Jetzt ist es spannend zu beobachten, ob sich im Reaktor auch eine kritische Masse bilden kann und der Reaktorkern dann auch explodiert. Die Experten scheinen sich zu wundern, dass der Reaktor bei einer Kernschmelze nicht automatisch zum Stehen kommt und nur noch Restwärme produziert. Der scheint weiterzulaufen, das kann man aus den Technetiumfunden entnehmen. Das Isotop tc95 zerfällt nämlich schnell und nach 20 Stunden ist nur noch die Hälfte des Ausgangsstoffes vorhanden und nach 10 Tagen weniger als 1%. Aber man findet es immer noch in der Umgebung!
Aber das ist doch klar! Gebremst wird der Reaktor durch Cadmium und Bor-Verbindungen. Doch bei den Temperaturen muss man damit rechnen, dass die Verbindungen sich zerlegen und das Cadmium verdampft. (Auch giftig, aber darauf kommt es da schon fast nicht mehr an.) Wenn das Cadmium aber verdampft, läuft die Kettenreaktion munter weiter.
Jetzt fehlt aber der Moderator Wasser, der die Neutronen abbremst, damit sie Uran spalten können. Die schnellen Neutronen aber bewirken einen Brutprozess. http://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor
Es entsteht noch mehr Plutonium.
Nun wird das Plutonium aber auch gespalten und dabei entstehen weitere schnelle Neutronen, die wiederum neues Plutonium erzeugen, mehr als gespalten wurde. So entstehen dann wiederum mehr schnelle Neutronen usw.
Erreicht der Reaktor diese Stufe wird er irgendwann überkritisch, das heißt wir bekommen eine ungeregelte Kettenreaktion und das kennen wir auch schon aus Japan, aus Hiroshima.
Natürlich können das die Verantwortlichen so nicht bekannt geben.
Wir können nur hoffen, dass der durchgeschmolzene Reaktorkern sich durch die Stahlhülle und weitere Stoffe so weit verdünnt, dass die Reaktion nicht kritisch wird. Und falls er sich doch durch die Hülle durchbrennen sollte, hätten vorausschauende Techniker sicher darunter eine Wanne mit Borax-Glaspulver gepackt, wo die Kettenreaktion dann gestoppt würde und das Zeug abklingen könnte.
Hat man aber m.W.n nicht.
Und jetzt kommen andere Techniker hier nach NRW, wollen Gift in den Boden Spritzen um Gas zu fördern und versichern: “Es besteht keine Gefahr für das Grundwasser!”  Wir glauben ihnen!

Symptome einer Plutoniumvergiftung

Mittwoch, März 30th, 2011

Tja, wir werden sicher in einigen Jahren wissen, wie sich eine Plutonium-Vergiftung auswirkt. In den Medien wird immer wieder davon gesprochen, dass der Kreml einige Kritiker mit einer Plutonium-Vergiftung umgebracht habe, aber mir scheint, dass da einige Polonium-210 und Plutonium verwechselt haben.
Jetzt ist das Zeug in Fukushima freigesetzt worden und hat wohl auch schon die umgebenden Gebiete verseucht. Wahrscheinlich auch das angrenzende Meer. Genaueres kann man da nicht sagen, denn das Zeug ist gar nicht so radioaktiv wie zB das Jod- oder Cäsium-Isotop und so muss man es chemisch nachweisen.
(Los! Institut Fresenius u.a. Der Nachweis wird in den nächsten Jahren Standard werden. Das steigert das Bruttosozialprodukt.)
Ich sage mal voraus, dass die Symptome einer Plutonium-Vergiftung u.a. Stechen und Schmerzen am ganzen Körper sein werden, so, als ob einen viele Insekten beißen würden.

Wahlergebnis mal ehrlich.

Montag, März 28th, 2011

Immerhin hat die parlamentarische Demokratie in Baden-Württemberg noch die Mehrheit. 66,2% der Wähler haben sich dafür ausgesprochen. Da die Wahlergebnisse aber nur auf diese abgegebenen Stimmen bezogen werden, hier mal die tatsächliche Einstellung der Bürger:


Nichtwähler CDU Grüne SPD FDP Linke Sonstige
2011 33,8 25,8 16,0 15,3 3,3 1,9 3,7
2006 46,6 23,6 6,2 13,5 5,7 0,0 4,4

Das sieht ja schon ganz anders aus! Ein Viertel der Bürger für die CDU und nur jeder Siebte für Grüne oder SPD. Die Regierung wird sich also auf knapp ein Drittel der Bürger stützen.
Wer jetzt meckert und nicht gewählt hat obwohl er dürfte sollte ganz ruhig sein. In dem Pool der angebotenen Parteien gab es genügend Auswahl, wenn auch nicht unbedingt in jedem Wahlkreis. So konnte die AUF-Partei nur in 15 Wahlkreisen antreten, eine Folge des Wahlsystems, das Kleine benachteiligt.
Mal sehen, ob die Grünen das ändern werden.

Interessant war die Reaktion der FDP. Bisher hatte sie in Wahlkämpfen immer emotionalisiert und davon profitiert. Dieses Mal gingen die Emotionen zu ihren Lasten. Fukushima in Japan, aber auch das Lavieren von Westerwelle und die Emotionen über Stuttgart 21 spielten zu Gunsten der Grünen.
Jetzt wird die Emotionalisierung beklagt, als es der FDP noch nützte wurde das immer abgebügelt.
Dennoch tritt Westerwelle ohne eine einzige Sorgefalte vor die Kamera. Wie sollte es auch? Wahrscheinlich hat er sich soeben eine neue Botox-Injektion geben lassen um sein jugendliches Aussehen zu bewahren. Aber die einfallenden Wangen sprechen eine andere Sprache. Sie zeigen, wie sehr er unter Druck steht.

Die Grünen freuen sich darauf, die Regierung zu bilden, aber die Probleme werden sich noch melden.
Stuttgart 21 ist ja eigentlich parlamentarisch schon beschlossen und Genehmigungen erteilt. Ein Ausstieg aus dem Verfahren würde etliches an Schadenersatz kosten. Weiterbauen lassen ist kaum möglich, aber die Firmen könnten darauf bestehen. Das wird noch interessant.
Andererseits steht ja BW finanziell gut da. Da ist einiges an Platz für Neuverschuldung – nur wäre das ein Armutszeugnis für grüne Politik und schade um die fleißigen Schwaben.

Dumm war die Äußerung eines Moderators: “Die Wählen haben sich für eine Koalition entschieden.” So ein Quatsch. Noch nie hat jemand eine Koalition gewählt, sondern man wählt eine Partei, von der man ( )weiß, ( )hofft, ( )vermutet, ( ) glaubt, ( ) sonstiges, dass sie die eigenen Interessen am Besten vertritt. Gut ist es dann auch noch, wenn die eigenen Interessen sich mit denen des Landes decken.
Also bitte, die Wähler haben SPD gewählt und akzeptieren jetzt, bzw. müssen es akzeptieren, das sie unter den Grünen zusammenarbeiten müssen. Und Kurt Beck wird sich an interessante Koalitionspartner gewöhnen müssen.

Herr Brüderle, was ist denn dabei?

Samstag, März 26th, 2011

Da hat der Herr Brüderle doch gesagt, dass Politiker vor Wahlen oft irrationale Entscheidungen treffen. Das heißt, er hat es eigentlich nicht gesagt oder auch nicht so gemeint oder anders….
Ein Dementi folgt auf das andere – Warum??
Alle wissen doch, dass Politiker vor Wahlen zu irrationalen Entscheidungen neigen. Was ist denn dabei, das zu sagen?

Aha, dann hat er sich noch dafür ausgesprochen, dass die energieverbrauchenden Unternehmen nicht benachteiligt werden und ggf. aus Deutschland abwandern. Werden sie eh. Ja, nur wenn wir Atomenergie weiter ausbauen und momentan billige Energie (die Folgekosten interessieren uns nicht) haben, wird sie bleiben.
Aber wir werden nicht so viel Energie auf Dauer haben.

Jetzt wurden ganz schnell einige Atomkraftwerke abgeschaltet. Ist zu begrüßen, aber soll mir doch keiner behaupten, dass das aus rationalen Gründen geschehen sei. Die Gründe aus Atomkraft auszusteigen sind jetzt die gleichen wie früher.
Nur jetzt ist mal ein GAU eingetreten – falsch ein GNAU, Größter Nicht Angenommener Unfall – auch falsch, wir wissen ja nicht, ob es nicht noch schlimmer kommen könnte – und jetzt wird gehandelt.
Das ist irrational! Ja und? Glaube an Atomkraft als saubere Energie ist auch irrational. Das merken jetzt die Japaner. Ihre Existenz als Industrienation steht auf dem Spiel. Sollten die Reaktoren tatsächlich noch durchbrennen und explodieren und der Wind Richtung Tokyo stehen, dann sieht es finster aus.
Ich wünsche es den Japanern nicht.